Forschung im Archiv Ledwinka:

Auf den Spuren Hans Ledwinkas

 

  • OOEN.Ledwinka.18.7.2012
  • Tips.18.7.2012
  • bc1


STEYR. Eine Unmenge an Dokumenten, Fotos, Zeichnungen und Zeitungsausschnitten umfasst das Ledwinka-Archiv, das derzeit vom Arbeitskreis „Geschichte“ der Steyrer Redtenbacher-Gesellschaft geordnet und ausgewertet wird.

http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/art68,928715 (18.7.2012)


Ziel ist es, eine Ausstellung und eine Broschüre über die beiden Autokonstrukteure Hans und Erich Ledwinka zusammenzustellen. Beide hatten einen starken Bezug zu Steyr.
Die ersten Steyr-Autos
„Hans Ledwinka war der erste Autokonstrukteur in Steyr, er hat die Automobile entwickelt, die nach dem Ersten Weltkrieg in Steyr gebaut wurden“, weiß Techniker Günther Nagenkögl, der Leiter des Arbeitskreises. Er und seine Kollegen Katharina Ulbrich, Hans Stögmüller, Willibald Wieser, Wolfgang Hack, Walter Studener und Dietmar Spanring sortieren derzeit den reichen Fundus, der sich im Besitz des Chemikers Hans Ledwinka aus St. Ulrich bei Steyr befindet.
Ledwinka, 1878 in Klosterneuburg bei Wien geboren, ist in Fachkreisen als ideensprudelndes Genie bekannt, wenn er auch zeitlebens im Schatten seines viel berühmteren Ingenieurkollegen Ferdinand Porsche stand. Die Fachwelt schätzt ihn jedoch gleich hoch ein, ja anerkennt in zahlreichen Fällen die Erstmaligkeit seiner Erfindungen. Meilensteine der Automobilgeschichte waren vor allem sein verwindungsfreies Fahrgestell mit Zentralrohr, seine gelenklosen Schwingachsen samt einzeln abgefederten Rädern, sein luftgekühlter Boxer-Heckmotor mit angeblocktem Getriebe und Differential sowie seine Stromlinienkarosserie. Diese Ideen verwirklichte Hans Ledwinka in den zwanziger und dreißiger Jahren als Technischer Direktor der Tatra-Werke in Mähren. Dort war er bereits 1897 eingetreten – die Fabrik hieß damals allerdings noch „Nesselsdorfer Wagenbau“. Bei Tatra blieb Ledwinka bis 1945, als er verhaftet wurde und sechs Jahre Haft wegen angeblicher Kollaboration mit der deutschen Besatzungsmacht verbüßen musste. Er wurde erst 1992 durch das Oberste tschechische Gericht rehabilitiert. 1951 kam er wieder nach Steyr, weil hier sein Sohn Erich Ledwinka Leiter der Versuchsabteilung der Steyr-Werke war.
Wie der Vater, so der Sohn
Der Senior starb 1967 in München als Ehrendoktor der Universität Wien, während sein Sohn 1955 zum Werk Graz wechselte und ähnlich fruchtbar wie sein Vater agierte: Er schuf die Erfolgsmodelle wie Steyr-Puch 500, Haflinger und Pinzgauer und war auch maßgeblich an der Konstruktion des Mercedes-Puch-Geländewagens G beteiligt, der heute noch produziert wird. Erich, der 1904 in Klosterneuburg geboren wurde, starb 1992 hoch dekoriert in Graz.
In der Neuschönau ist eine Straße nach Hans Ledwinka benannt.

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