EINLADUNG ZUM 5. REDTENBACHER - JOUR FIXE

Mittwoch, 5. Februar 2020

Zeit: 18.30 Uhr

Ort: Technology & Innovation Center Steyr im Stadtgut Steyr

GEDANKEN ZUM THEMA DER LAUFENDEN DISKUSSION

(Zusammenfassung von Dr. Enrico Savio und FH-Prof. DI Dr. Wolfgang Steiner)

Nach unseren inspirierenden Diskussionen im vergangenen Jahr wollen wir diesmal einen Schritt weiter gehen und mit Euch über ein konkretes Thema für ein weiteres Symposium reflektieren, das wir als Redtenbacher-Gesellschaft im Rahmenprogramm der Landesaustellung 2021 „Arbeit. Wohlstand. Macht.“ veranstalten könnten.

Getreu unserer dialektischen Konzeptionen der früheren Symposien schlagen wir folgendes Thema vor:

M a c h t : V e r n u n f t

Technische Vernunft versus vernünftige Technik

Die gegenwärtige Gesellschaft ist in allen Bereichen rational orientiert. Damit dominiert jedoch eine eingeschränkte Form von Vernunft, die vor allem kalkulatorisch agiert. Ihre Orientierungsparameter sind weitgehend auf Vermehrungs- und Optimierungsprinzipien, insbesondere auf Gewinnmaximierung reduziert. Die vielfach artikulierte, auch emotional auftretende Forderung nach Vernünftigkeit wird jedoch nicht nur von Proponenten, sondern auch von Kritiken des Systems immer wieder zum Ausdruck gebracht. Im ersten Fall lässt sich Vernunft als pragmatische und konzentrationskapitalistische Rationalität des aktuellen Mainstreams charakterisieren, während sie im letzteren Fall eher der ersehnten Weisheit, die ein gutes, verallgemeinerbares Leben erfordert, entspricht.

Das Symposium will einerseits die Thematik der Vernünftigkeit als Weisheit und als Rationalität abhandeln, durchaus mit dem Hintergrund, welche (Denk-) Kultur und welches Ethos jeweils die Basis bildet. Zum anderen könnte im engeren Sinne der Redtenbacher-Gesellschaft die Frage nach der technischen Vernunft - bis hin zu ihren Möglichkeiten - und der Vernünftigkeit der Technik - bis hin zur Sinnhaftigkeit - kritisch reflektiert werden. Die Referent/innen werden angehalten, in ihren Statements durchaus auf die zugrundeliegenden Denkmodelle reflektierend einzugehen und dies zur Diskussion zu stellen. Intention ist die Einladung von Ferdinand Redtenbacher, sich über das Wohl der industriellen Gesellschaft den Kopf zu zerbrechen, jenem Wohl, das global jedem einzelnen Menschen zukommen soll.

 

 

 4. Redtenbacher Jour fixe am Donnerstag,5. Dezember 2019 ab 18.30 Uhr

im TIC (Technology & Innovation Center) Steyr      

 

GEDANKEN ZUM THEMA DER LAUFENDEN DISKUSSION

(Zusammenfassung von Dr. Enrico Savio)

Die Wege und Zuständigkeiten für Veränderung – deren Notwendigkeit weiterhin nicht in Frage gestellt wurden – führten erwartungsgemäß zu differenten Meinungen hinsichtlich Ansatz und Zuständigkeit in unserem letzten Gespräch. Die artikulierten persönlichen – immer auch fragmentarischen Zugänge – entspringen unbestritten der eigenen Lebenswelt, insbesondere jener Lebensweltbereiche, die  reflexiv im Mittelpunkt stehen. Spannungen treten dennoch nicht selten mit den emotional näheren Bereichen wie etwa des familiären auf, wenn es beispielhaft um Zukunft für Generationen, insbesondere der eigenen geht. Gemäß der buddhistischen Weisheit, dass ich so leben sollte, dass die siebte Generation auch noch so gut leben kann. Frei zitiert!

In diesem Sinne wird die Forderung nach der vernünftigen Vernunft erhoben, die zu wirklicher Wirklichkeit führen müsste.

Die „Klassiker“ der Lösungen waren natürlich der Anfang dieses Gesprächsfeldes:

Der erste ist das individuelle ‚guter Wille‘ Modell.  Wenn sich möglichst viele anders beziehungsweise entsprechend verhalten würden, wären die Probleme gelöst. Wie geht das in die Köpfe? Wer macht es freiwillig? Wie ist Einschränkung vermittelbar? Durch die „große Geschichte“ die das Bewusstsein ändert?

Wie kommt man diesbezüglich zur kritischen Masse um einen Tipping Point zu erreichen?

Ein denkbarer Weg wäre eventuell es über vernünftige Wege der Mächtigen!? Bill Gates, Elon Musk, … investieren in Technologien, die zumindest deren Schaden reduzieren oder gar sublimieren.

Ein traditioneller Klassiker ist die Verantwortung der politischen Ebene einzufordern. Die Delegierten, sprich an gewählte Gruppen übertragenen, richtigen Entscheidungen haben von der Politik getroffen zu werden. Wie sind diesbezüglich die infiltrierten Interessen von Belang? Staat hat die vernünftige Vernunft zu liefern und eine ökologische Zivilisation zu betreiben!?

Kommt die subtile Sehnsucht nach autoritären Systemen in punkto Effizienz ins Spiel? Macht es China vor?

Schließlich das ökonomische Dilemma als Lösungsklassiker. Welche Form des Kapitalismus geht sich angesichts der Probleme aus? Wie entflieht man der zerstörerischen Kraft des Kapitalismus? Gibt es eine Überwindung des Konzentrationskapitalismus, der auf demagogischer Dominanz basiert? Wie kommen wir zu einem „gezähmten“ Kapitalismus? Wie geht’s überhaupt mit Kapitalismus?

Dieser Stand unseres Diskurses verlangt wohl nach weiterer Differenzierung und begründender Plausibilität. Im Sinne der Suche nach Lösungswegen die auch die selbst gesetzten Hürden der eigenen kritischen Intelligenz meistern.

Weiterdenken und weiterdisputieren ist wohl vorerst unser Weg?

 

 

3. Redtenbacher Jour fixe am Donnerstag, 7. November 2019 ab 18.30 Uhr

im Technology & Innovation Center Steyr im Stadtgut Steyr

 

GEDANKEN ZUM THEMA DER LAUFENDEN DISKUSSION

Wir sind beim letzten Jour fixe in einem weitgehend persönlichen und durchaus auch selbstkritischen Gespräch zu dem Konsens gekommen, dass die Entwicklung der gegenwärtig „wirtschaftlich - technischen“ Gesellschaft ein sehr kritisches Stadium erreicht hat. Insbesondere die Konzentrationen im global wirtschaftlichen System führt zu Ohnmacht in den Mikrobereichen und bei Individuen. Dennoch stehen hinter Systemen und Konzernen letztendlich  immer auch Einzelpersonen und Einzelinteressen. Die Schere zwischen Sein und Sollen klafft katastrophal auseinander und bedarf der Veränderung.

Ausgehend von dieser Analyse stellt sich die „Frage nach den Wegen der Veränderung“. Diese Wege und Ziele müssen natürlich dem Kriterium der Verallgemeinerbarkeit Stand halten können. Denn Einzelinteressen können letztlich nur dann in einem globalen System argumentiert werden, wenn sie in Summe verträglich und tauglich sind. Wie sieht die Welt aus, in der wir leben wollen, können und/oder müssen? Mit dieser Frage wollen wir uns wieder im konstruktiven Format des „herrschaftsfreien Dialoges“ beschäftigen.

 

 

2. Redtenbacher Jour fixe am Donnerstag, 3. Oktober 2019 ab 18.30 Uhr

 GH Mayr St. Ulrich/Stifter Zimmer

 

GEDANKEN ZUM THEMA DER LAUFENDEN DISKUSSION

 Wir haben bei unserer letzten Vorstandssitzung am 20. September 2019 beschlossen, dass wir die Redtenbacher Jour fixe Termine (jeden ersten Donnerstag im Monat, ab 18.30 Uhr) zukünftig immer unter einen Themenkomplex stellen möchten. Unser Wunsch ist es, dass wir diesen Themenkomplex dann unter Wahrung der Redtenbacher’schen Prinzipien offen diskutieren und unsere jeweiligen Standpunkte austauschen.

Wir wollen prüfen ob wir mit diesem (vorerst internen) Diskussionsformat nicht auch in Zukunft wieder ein öffentliches Veranstaltungsformat begründen können.

 Der Themenkomplex für das nächste Redtenbacher Jour fixe lautet:

„Wie ticken wir – was sind unsere Denkmodelle in der Interpretation von Ökonomie, Weltgeschehen, Technologie usw. Was begründet den Puls unserer aktuellen Zeit und wo bleibt dabei der Mensch?“

Wir bitten alle Teilnehmer am Redtenbacher Jour fixe sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen – dieses Format lebt von aktiver Beteiligung

 

1. Redtenbacher Jour fixe am 6. Juni 2019 ab 18.30 Uhr im Gasthaus Mayr

traf sich eine kleine Runde unseres Vereins zu einem gemütlichen Meinungs- und Gedankenaustausch  

 

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